Rund 1000 Besucher genießen das Wetter im Klosterpark beim Tag der offenen Tür. Foto PM
Rund 1000 Besucher genießen das Wetter im Klosterpark beim Tag der offenen Tür. Foto PM
20.08.2025

Wetterauer Zeitung: Ein Fest der Begegnung

Stand:20.08.2025, 07:07 Uhr

Niddatal (pm/wjs). Ein buntes Bild hat sich am Sonntag in Ilbenstadt geboten: Beim Tag der offenen Tür der Stadt Niddatal haben zahlreiche Bürger sowie Familienangehörige der Verwaltungsangestellten die neu bezogenen Räume und Arbeitsplätze der Stadtverwaltung besichtigt. Besonders viele junge Familien mit Kindern strömten in das Verwaltungsgebäude, das zeitweise von Menschenmengen überflutet wurde, wie der Geschichtsverein Niddatal berichtet.

Auch die Stadtverwaltung spricht von einem »gelungenen Tag voller Begegnungen, Geschichten und gemeinsamer Zuversicht - ein Tag, der zeigte, wie eng unsere Bürgerinnen und Bürger miteinander verbunden sind und wie wichtig der Austausch mit der Verwaltung ist«. Mehr als 1000 Besucher habe man zwischen 11 und 16 Uhr bei herrlichem Sommerwetter gezählt.

Die neuen Verwaltungsräume befinden sich in den historischen Gebäuden des ehemaligen Klosters Ilbenstadt, die nach einer bewegten Geschichte nun wieder in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens rücken. Mit der Eröffnung der neuen Verwaltungsräume verbindet sich moderne Stadtorganisation mit jahrhundertealter Bausubstanz. Von den Vorteilen der vor knapp zwei Monaten bezogenen Räumlichkeiten konnten sich die Besucher nun selbst ein Bild machen.

Herzstück ist ein bürgerfreundlicher Empfangsbereich mit modernem Bürgerbüro für Einzelgespräche - eine deutliche Verbesserung gegenüber dem beengten und sanierungsbedürftigen vormaligen Rathaus in Assenheim.

Auch der Klosterpark ist während der Öffnungszeiten der Verwaltung wieder öffentlich zugänglich als Ort des Verweilens. Dort sorgte die Feuerwehr Ilbenstadt für Grillwürstchen und Getränke. Im Speisesaal hatte Anna Pulsakowska, Pächterin des gleichnamigen Restaurants, Kohlrouladen, Kaffee und Kuchen im Angebot. Der Andrang war laut Geschichtsverein so groß, dass man von der überwältigenden Resonanz überrascht war.

Neue Urkunden, historisches Siegel

In den künftigen Räumen des historischen Archivs der Stadt Niddatal im dritten Stock präsentierte der Geschichtsverein eine kleine Ausstellung mit Exponaten, die die bewegte Kloster- und Stadtgeschichte veranschaulichten. Alte Urkunden, seltene Dokumente und beeindruckende Objekte aus vergangenen Jahrhunderten gaben Einblicke in die Entwicklung der Region.

Besucher konnten individuelle Urkunden anfertigen und mit dem originalen Stadtsiegel aus dem Jahr 1654 versiegeln. Die Siegelsammlung mit 46 Signeten, Originalbücher von Niddataler Barockautorinnen und -autoren sowie eine Ausstellung originaler Siegelstöcke eröffneten Einblicke in vergangene Zeiten.

Auch der klösterliche Kreuzgang wurde in das Programm einbezogen: Hier zeigte der Geschichtsverein eine Sammlung historischer Postkarten aus allen vier Stadtteilen Niddatals - Assenheim, Bönstadt, Ilbenstadt und Kaichen. Viele Gäste verweilten lange vor den Vitrinen, suchten vertraute Ansichten und tauschten Erinnerungen aus.

Vom Andrang überwältigt

Im Bürgermeisterzimmer konnte man in rege Gespräche eintauchen, Ideen und Perspektiven austauschen. Die Stadtkasse zeigte, wie Transparenz und Zusammenarbeit funktionieren. Die vier Niddataler Kitas luden Kinder zum Spielen ein. Für die Kleinen gab es eine Ausmalstation. Im Erdgeschoss konnten Bürgerbüro, Standesamt, Ordnungsamt, Schiedsamt und Ortsgericht in Augenschein genommen werden, außerdem der Weiße Saal, wo die Stadtverordnetenversammlung tagt.

Der Tag der offenen Tür habe gezeigt, wie groß das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an der Verbindung von Tradition und Zukunft ist, findet der Geschichtsverein.

Bürgermeister Michael Hahn sagte: »Es war überwältigend, wie viele Menschen gekommen sind. Das bestätigt uns, dass wir mit der Entscheidung für diesen Ort als neuer Mittelpunkt der Stadtverwaltung Niddatals genau den richtigen Weg gegangen sind.« Der Geschichtsverein resümiert: »Mit den neuen Verwaltungsräumen und dem geplanten historischen Archiv wird Ilbenstadt nicht nur ein Zentrum der Verwaltung, sondern auch ein Ort, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt lebendig bleiben.«